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Warum versteht sich mein Hund mit manchen Hunden – und mit anderen überhaupt nicht?

  • 16. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Aug.


Viele Hundehalter erleben dieselbe Situation.

Mit dem einen Hund ist die Begegnung entspannt und harmonisch. Beim nächsten Hund hält der eigene Hund lieber Abstand, wirkt unsicher oder zeigt deutlich, dass ihm der Kontakt nicht angenehm ist.


Zwei Hunde kommunizieren am Kiesstrand am Wasser: ein schwarzer Hund springt auf, der andere steht bellend davor. Hundeverhalten aus natürlicher Sicht

Schnell entsteht die Sorge:

„Stimmt etwas mit meinem Hund nicht?“

Die Antwort lautet in den meisten Fällen:

Nein.


Muss mein Hund jeden Hund mögen?

Ganz klar: Nein.

So wie wir Menschen nicht mit jedem Menschen eine enge Verbindung eingehen, haben auch Hunde ihre eigenen Vorlieben und Grenzen.


Sympathie lässt sich nicht erzwingen.

Sie entsteht – oder eben nicht.

Und genau das ist völlig normal und hat auch einen Grund.


Warum entscheidet mein Hund so unterschiedlich?

Jeder Hund bringt seine eigene Persönlichkeit mit.

Erfahrungen, Temperament und genetische Veranlagung beeinflussen sein Verhalten. Deshalb reagieren Hunde in ein und derselben Situation oft völlig unterschiedlich.


Die Hundetypenlehre, auch Archetypen genannt, nach Maja Nowak beschreibt sieben verschiedene Hundetypen mit unterschiedlichen Kernkompetenzen. Dieser Ansatz ist nicht unumstritten, eröffnet aber vielen Hundehaltern einen neuen Blick auf das Verhalten ihres Hundes.


Plötzlich werden Verhaltensweisen verständlicher, die vorher nur als „Problem“ gesehen wurden.

Vielleicht läuft ein Hund immer weit voraus, während ein anderer lieber hinter seinem Menschen bleibt. Manche Hunde suchen ständig Kontakt zu anderen Hunden, andere beobachten lieber aus der Distanz.

Einige bellen schnell und viel andere kaum. Andere ziehen stark an der Leine oder können nur schwer allein bleiben.

Aus meiner Sicht lohnt es sich deshalb, Verhalten nicht vorschnell zu bewerten oder korrigieren zu wollen.


Denn oft zeigt ein Hund damit nicht nur, wie er ist, sondern auch, welche natürlichen Fähigkeiten und Veranlagungen er mitbringt.

Nicht jeder Hund muss gleich reagieren.

Und genau darin liegt seine Individualität.


Muss das Verhalten meines Hundes immer korrigiert werden?

Viele Hundehalter glauben, unerwünschtes Verhalten müsse möglichst schnell verändert werden.


Doch was, wenn das Verhalten zunächst einmal eine Botschaft ist?

Vielleicht zeigt dein Hund nicht, dass mit ihm etwas nicht stimmt.

Vielleicht macht er auf etwas aufmerksam.


Ich erlebe immer wieder, dass Hunde sehr fein auf ihre Menschen reagieren. Veränderungen im Alltag, innere Anspannung oder emotionale Belastungen können sich auf die Beziehung zwischen Mensch und Hund auswirken.


Das bedeutet nicht, dass der Mensch schuld ist.

Es bedeutet vielmehr, dass Hund und Mensch in einer engen Verbindung leben und sich gegenseitig beeinflussen.

Deshalb frage ich in meiner Arbeit nicht nur:

„Wie bekomme ich dieses Verhalten weg?“

Sondern:

„Was möchte mir dieses Verhalten zeigen?“


Was kann ich als Mensch daraus lernen?

Vielleicht ist die spannendste Frage gar nicht:

„Warum mag mein Hund diesen anderen Hund nicht?“

Sondern:

„Respektiere ich die Grenzen meines Hundes genauso, wie ich mir wünsche, dass andere meine Grenzen respektieren?“


Unsere Hunde erinnern uns immer wieder daran, dass echte Beziehungen auf Freiwilligkeit beruhen.

Nicht jeder muss jeden mögen.

Und genau darin liegt oft eine große Gelassenheit.


Mein Impuls für dich

Beobachte deinen Hund bei der nächsten Hundebegegnung einmal ganz bewusst.

Nicht mit der Frage:

„Wie kann ich ihn dazu bringen, Kontakt aufzunehmen?“

Sondern:

„Was möchte mir mein Hund gerade zeigen?“


Vielleicht erkennst du dabei, dass Verhalten nicht einfach korrigiert werden muss, sondern zunächst verstanden werden möchte.


Denn Verständnis ist oft der erste Schritt zu einer vertrauensvollen und tiefen Beziehung zwischen Mensch und Hund.



 
 
 

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